Unternehmen · Zertifikate
Fünf Nachweise. Fünf Wirkungen. Eine Plattform.
ISO 13485, ISO 27001, BSI TR-03185, BSI TR-03161 pro DiGA, BfArM-Datenschutzprüfkriterien – jeder Nachweis löst eine andere regulatorische Anforderung. Hier steht, welche das jeweils ist und was sie für Ihr Produkt konkret bedeutet.
Worum es hier geht
Was Zertifikate im DiGA-Markt wirklich heißen.
Der deutsche DTx-Markt ist voll von Zertifikats-Aussagen, die bei genauem Hinsehen wenig tragen: “DSGVO-konform” ist keine Zertifizierung, “BSI-konform” ohne TR-Verweis ist keine Aussage, “ISO-ähnliches QMS” ist gar nichts. Diese Seite beschreibt, welche fünf Nachweise wir bei DUX Healthcare führen, was jeder davon für eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) bedeutet – und wo der eine Nachweis aufhört und der nächste beginnt.
Jeder der fünf Nachweise adressiert eine andere regulatorische Anforderung aus DiGAV, MDR, § 139e SGB V oder BSI-Katalog. Fehlt einer, hat der BfArM-Antrag eine Lücke. Liegen alle vor, wird aus der Antrags-Vollständigkeitsprüfung nach DiGAV § 16 Abs. 1 kein Rückfrage-Zyklus mehr, sondern eine Formalie. Das ist der ökonomische Unterschied.
Nachweise · N°01 · Edition MMXXVI
Fünf Nachweise in einem Satz.
QMS, ISMS, Prozess, Produkt, Datenschutz.
- ISO 13485 – zertifiziert (TÜV Hessen). Voraussetzung für MDR-Konformität; ohne QMS kein Medizinprodukt in Verkehr.
- ISO 27001 – ISMS im Rahmen der BSI-TR-03185-Prüfung auditiert; das separate Drittzertifikat steht in Kürze aus.
- BSI TR-03185 – als erstes Unternehmen auditiert, formales Zertifikat in Kürze. Deckt den sicheren Software-Entwicklungsprozess auf Organisations-Ebene ab.
- BSI TR-03161 – pro DiGA zertifiziert, die DiGAs auf unserer Plattform haben ohne Auflagen bestanden. Formale Antrags-Voraussetzung seit dem 01.07.2025.
- BfArM-Datenschutzprüfkriterien – konformes QMS-Framework mit Nachweisen für rund 150 Einzelanforderungen nach § 139e Abs. 11 SGB V; fester Bestandteil unseres QMS.
Die fünf Nachweise
Jeder löst ein anderes Regulatorik-Problem.
BSI TR-03185
Sicherer Software-Lebenszyklus.
Was es ist. Die BSI TR-03185 ist eine Technische Richtlinie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, die den gesamten Software-Entwicklungsprozess eines Herstellers bewertet – von Anforderungsanalyse und Architekturentscheidung über Implementierung, Test, Release und Wartung bis zur Post-Market-Pflege. Geprüft wird, wie Software entsteht, nicht wie sie am Ende aussieht.
Was Sie davon haben. Wenn die Prozess-Ebene zertifiziert ist, fällt bei jedem Folgeprodukt, jedem Update, jeder Variante ein großer Teil des Security-Reviews weg – die Prozess-Evidenz gilt organisationsweit und über alle Projekte. Für Ihre DiGA bedeutet das: die Software, auf der Ihr Produkt entsteht, ist auf Organisations-Ebene auditiert. Updates erfordern keine Neu-Auditierung des Gesamtprozesses; der Nachweis trägt plattformweit.
Unser Status. DUX Healthcare ist das erste Unternehmen, das die BSI-TR-03185-Auditierung durchlaufen hat. Das Audit war erfolgreich; das formale Zertifikat wird in Kürze ausgestellt.
Warum das für DiGA zählt. TR-03185 ist heute nicht formal im DiGA-Antrag vorgeschrieben, aber sie ist das strukturelle Fundament, auf dem TR-03161 pro DiGA tragbar wird. Wer den Software-Lebenszyklus nicht auf einer nachweisbaren Prozess-Ebene betreibt, baut die TR-03161-Evidenz pro Produkt neu – und zahlt drei Mal bei drei DiGAs. Der Cyber Resilience Act (CRA) verschärft diese Anforderung auf EU-Ebene zusätzlich über die nächsten 24–36 Monate – wer heute TR-03185-auditiert ist, steht dort mit Early-Mover-Vorteil.
BSI TR-03161
Cybersicherheit pro DiGA.
Was es ist. Die BSI TR-03161 ist die produktbezogene Datensicherheits-Prüfung für DiGAs – ein technisches Zertifikat für eine konkrete Produktversion, gegliedert in Teil 1 (Mobile Clients), Teil 2 (Web-Anwendungen) und Teil 3 (Backend/Cloud). Bewertet wird gegen rund 366 Einzelanforderungen über alle drei Teile und zehn Prüfaspekte – von Architektur über Kryptografie, Authentifizierung, Datenspeicherung bis zur Netzwerk-Kommunikation.
Was Sie davon haben. Seit dem 01.07.2025 ist ein TR-03161-Zertifikat Voraussetzung für die formale Vollständigkeit des BfArM-Antrags (DiGA-Leitfaden v3.6 Kap. 3.4). Ohne dieses Zertifikat gibt es keine Eintragung ins DiGA-Verzeichnis – und nach § 139e Abs. 10 SGB V wird es produktbezogen ausgestellt, nicht unternehmensbezogen.
Unser Status. Die DiGAs auf unserer Plattform sind pro Produkt nach BSI TR-03161 geprüft und haben ohne Auflagen bestanden – eine in Deutschland seltene Kombination.
Warum das für DiGA zählt. Für Ihr Produkt heißt das: Wenn es auf der mHealth Suite aufbaut, startet das TR-03161-Audit auf einem Plattform-Substrat, das den Pass ohne Auflagen bereits mehrfach demonstriert hat. Die Cybersicherheits-Hürde – für Eigenentwicklungen heute der häufigste Blocker im Fast-Track – ist damit nicht mehr Projektrisiko, sondern Plattform-Eigenschaft. Der produktspezifische Nachweis bleibt trotzdem erforderlich; er wird aber kalkulierbar in Zeit und Kosten.
ISO 13485
Qualitätsmanagement für Medizinprodukte.
Was es ist. ISO 13485 ist die internationale Norm für Qualitätsmanagement-Systeme in der Medizinprodukt-Entwicklung. Sie deckt Design-Controls, Änderungsmanagement, Lieferantenbewertung, Produktion, Post-Market-Surveillance und Dokumentation ab – alles, was die MDR an einem systematischen QMS voraussetzt.
Was Sie davon haben. Ohne ISO-13485-QMS kein CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt in der EU – das ist die kurze Antwort. Die lange: Die MDR verlangt von Herstellern ein dokumentiertes QMS, und ISO 13485 ist der etablierte Weg, diese Anforderung zu erfüllen. Für Ihre DiGA bedeutet das: Design-History-File, Risikomanagement nach ISO 14971, klinische Bewertung, Post-Market-Clinical-Follow-up und der Konformitätsnachweis (Klasse I: Konformitätserklärung des Herstellers; Klasse IIa: zusätzlich mit Zertifikat der Benannten Stelle) sind nicht projektbezogen improvisiert, sondern auf einem seit Jahren auditierten QMS aufgesetzt.
Unser Status. DUX ist ISO 13485 zertifiziert – durch TÜV Hessen auditiert, mit laufender Überwachung und Re-Zertifizierung im normalen Drei-Jahres-Rhythmus. Das QMS ist die Grundlage, auf der alle anderen Nachweise aufsetzen.
Warum das für DiGA zählt. In der europäischen Medical-Software-Welt ist ISO 13485 Voraussetzung, nicht Differenzierung. Fehlt sie, ist der Anbieter nicht ernst zu nehmen. Der Mehrwert für Ihre DiGA liegt darin, dass die Schnittstelle zwischen Therapiekonzept und CE-Dokumentation nach MDR nicht individuell aufgebaut wird – sondern aus einem bestehenden, auditierten QMS-Prozess entsteht.
ISO 27001
Informationssicherheits-Management-System (ISMS).
Was es ist. ISO 27001 ist die Norm für Informationssicherheits-Management-Systeme. Sie bewertet, wie eine Organisation mit Informations-Assets umgeht: Zugriffskontrollen, Incident-Response, Vendor-Management, physische Sicherheit, Business Continuity. Ein ISMS ist organisatorisch-prozessual, nicht produktbezogen.
Unser Status. DUX betreibt ein ISMS nach ISO 27001, das im Rahmen der BSI-TR-03185-Prüfung mit-auditiert wurde. Das separate, eigenständige ISO-27001-Drittzertifikat wird in Kürze abgeschlossen.
Warum das für DiGA zählt. Für die Antwort auf Vendor-Audits durch Benannte Stellen, Pharma-Partner oder GKV/BfArM-Anfragen zu Hosting und Datenverarbeitung ist ein auditiertes ISMS der zentrale Nachweis. Mit dem kommenden Drittzertifikat werden diese Antworten zur Formalie.
BfArM-Datenschutzprüfkriterien
DiGA-spezifischer Datenschutz.
Was es ist. Die BfArM-Datenschutzprüfkriterien sind ein Katalog von rund 150 Einzelanforderungen nach § 139e Abs. 11 SGB V, die das BfArM als konkrete Auslegung der DSGVO-Anforderungen an DiGA veröffentlicht hat. Sie sind in RFC-2119-Grammatik formuliert (MUSS, DARF NICHT, SOLL, KANN) und auf zwölf Themenblöcke verteilt – von Verantwortlichkeit und Rechtsgrundlagen über technisch-organisatorische Maßnahmen bis zu Löschung und Protokollierung. Seit dem 01.08.2024 sind sie formal bindend; sie werden dem DiGA-Antrag als Checkliste (Anlage 1 DiGAV) beigefügt.
Was Sie davon haben. Für internationale DTx-Teams ist das die Prüfebene, die am häufigsten unterschätzt wird – weil sie DSGVO-Anforderungen operationalisiert und testbar macht. “Wir sind DSGVO-konform” ist keine Antwort; “wir erfüllen GLSR_2.4 (etabliert), DMN_4 (Account-Grace-Period), TOM_3 (Push-Notifications) und ACC-Kriterien (Protokollierung)” ist die Antwort, die der BfArM erwartet.
Unser Status. DUX führt ein konformes QMS-Framework mit Nachweisen für alle rund 150 Einzelkriterien. Die Nachweise sind Bestandteil unseres ISO-13485-QMS und werden im DiGA-Antrag dokumentarisch belegt.
Warum das für DiGA zählt. Weil die BfArM-Prüfkriterien konsequent zwischen “dokumentiert” und “etabliert” unterscheiden: Dokumentation allein reicht nicht, die Kriterien müssen in der gelebten Praxis betrieben werden. Das ist der häufigste Prüfkriterien-Blocker bei Teams, die den Katalog als nachgelagerte Dokumentation behandeln. Wer auf unserer Plattform baut, erbt die etablierte Praxis.
Zusammenspiel
Wie die fünf Nachweise zusammenspielen.
Die fünf Nachweise sind nicht redundant – sie arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen und lösen unterschiedliche regulatorische Probleme. ISO 13485 bildet die Basis, auf der alles andere aufsetzt: ohne QMS kein Medizinprodukt. BSI TR-03185 zertifiziert, wie Software in diesem QMS sicher entsteht – auf Prozess-Ebene, organisationsweit, wiederverwendbar. BSI TR-03161 zertifiziert das Produkt selbst auf Cybersicherheit – pro DiGA, für jede Version. ISO 27001 umgibt das Ganze als Informationssicherheits-Management. Die BfArM-Datenschutzprüfkriterien schließlich übersetzen DSGVO und DiGAV in ein testbares Set von Einzelanforderungen, die pro DiGA im Antrag belegt werden.
Der Effekt ist kumulativ: Jede Ebene reduziert den Aufwand der darüberliegenden. Ein Team, das auf einer TR-03185-auditierten Plattform mit ISO-13485-QMS und bestehender TR-03161-Evidenz pro DiGA baut, spart nicht nur Zeit im einzelnen Projekt – es vermeidet das wiederholte Aufbauen derselben Strukturen für jede Folge-DiGA. Das ist der ökonomische Unterschied zwischen Plattform und Einzelanfertigung.
Technische Tiefe im Knowledge-Bereich
Die detaillierten Praxis-Leitfäden stehen in der Knowledge Base.
Diese Seite erklärt, was die fünf Nachweise für ein Kundenprojekt bedeuten. Die technische Tiefe – Anforderungs-IDs, RFC-2119-Grammatik, Prüfaspekte pro BSI-Teil, OWASP-Top-10-Mapping – steht im Knowledge-Bereich:
Nächster Schritt